Wieso „medienBÜRO 24/7“ so heißt, wie es heißt. Von Jens Kirschneck
Nun lautet ja eine der Grundregeln der modernen Welt: Alles braucht einen Namen. Dies gilt nicht zuletzt für ein neues Unternehmen. Und natürlich soll es nicht irgendein Name sein, sondern ein leidlich origineller. Uschi`s Frisierlädchen (natürlich mit Apostroph) und City Grills gibt es in diesem Land schon zu viele, und sobald einer eine Eisdiele eröffnet, ist das Venezia-Schild schon gebastelt. Nun ist es allerdings auch nicht gerade leicht, seine Unternehmung akkurat zu benennen. Persönlich soll der Name sein, außerdem leicht zu merken und am besten einen eindeutigen, aber nicht zu penetranten Hinweis geben auf das, was man tut. Da kann man mit den Weggefährten und Mitstreitern schon mal zusammensitzen, bis die Köpfe qualmen, und ein akzeptables Ergebnis ist immer noch so weit weg wie die Erde vom Mond. Dabei ist „medienbüro“ als elementarer Bestandteil schnell gefunden, nur steht das auch nach Stunden noch ziemlich nackt in der Gegend rum. Während U. eben vor die Bürotür geht, um das zwanzigste Telefonat des Tages mit der dreißigsten Zigarette zu verbinden, sitzt die Jungunternehmerin S. schon leicht verzweifelt vor ihrem Mac und setzt gedankenverloren eine 24 vor den noch dürren Namensentwurf. „24, was soll das?“, fragt K. „24 ist eine meiner Lieblingszahlen“, sagt S. und fügt etwas altklug hinzu: „24 und 7, denn ich habe am 24.7. Geburtstag.“ Dann Stille. Beide hängen ihren Gedanken nach, bis K. plötzlich sagt: „Twentyfourseven. 24 Stunden, sieben Tage die Woche.“ Und sie liegen sich in den Armen, berauscht von der Größe des Moments. Während S. noch bei sich ihre Erzeuger preist, aus 365 Tagen den perfekten gewählt zu haben, kommt U. wieder rein und sagt: „Ich hab’s. Ilka’s medienbüro. Mit Apostroph.“ Das konnte sich dann aber doch nicht mehr durchsetzen.